Bild vom Richtkranz in St. Martin

Laurentius von Rom

Namenstage: Laurenz, Lars

Funktion: Heiliger, Diakon, Märtyrer, Kanonheiliger

Gedenktag: 10. August

Patronat: Spanien (Nationalheiliger); Rom, Wuppertal, Nürnberg, Merseburg, Havelberg, Kulm (Chelmno/Polen); der Armen, Bibliothekare, Archivare, Schüler, Studenten, Köche, Bäcker, Wäscherinnen, Büglerinnen, Köhler, Glasbläser, Glaser, Bierbrauer, Wirte, Feuerwehrleute und sonstige Berufe, die in irgendeiner Weise mit Feuer zu tun haben; gegen Feuersbrunst, Qualen des Fegefeuers, Verbrennungen, Fieber, Hautkrankheiten, Ischias, Hexenschuss, Augenleiden; für das Gedeihen der Weintrauben

Über Laurentius als historische Person ist nur wenig bekannt. Vielleicht stammte er aus Spanien und war Sohn von Orientus und Patientia im späteren Aragon. Papst Sixtus II. (Heiliger) soll ihn auf einer Reise getroffen und nach Rom mitgebracht haben, wo er zum Diakon aufstieg, der für die Finanzen zuständig war.
Als unter Kaiser Valerian im Jahre 258 Christenverfolgungen begannen, vertraute Sixtus II. dem Laurentius das Vermögen der römischen Kirche an, bevor er selbst verurteilt und enthauptet wurde. Der Kaiser bekam Wind davon und gab ihm drei Tage Zeit, das Geld zu übergeben. Diese Zeit nutzte Laurentius und verteilte es an die Armen der Stadt. Als Valerian ihn schließlich zu sich befahl, brachte er all die Armen mit und bedeutete dem Kaiser, dies sei der wahre Schatz der Stadt. Erzürnt ordnete der Kaiser seine Hinrichtung an, über deren Art es viele verschiedene Versionen in der Überlieferung gibt. Die populärste ist die Marter durch Schläge, das Legen zwischen glühende Metallplatten und schließlich das langsame Grillen auf kleinem Feuer. Laurentius soll seinen Humor jedoch nicht verloren und den Folterknecht angewiesen haben, ihn umzudrehen, denn die eine Seite sei schon ganz angebrannt. Hippolytus – so hieß der Folterknecht – bekehrte sich daraufhin zum Christentum und  kümmerte sich auch um das Begräbnis im Coemeterium Cyriacae an der Via Tiburtina. 330 erbaute Konstantin der Große die Basilika San Laurentius extra muros über dem Grab. In Rom selbst wurden über 30 Kirchen nach ihm benannt. Laurentius’ Kopf gilt als eine der kostbarsten Reliquien überhaupt. Er war lange Zeit in Mönchengladbach verwahrt, kam Ende des Mittelalters wieder nach Rom und ruht heute in einem Tresor im Vatikan. Dubrovnik (Kroatien) besitzt in der Schatzkammer der Kathedrale eine weitere Kopfreliquie.

Laurentius’ Verehrung verbreitete sich rasch. In Deutschland erlebte sie geradezu einen Boom, nachdem Kaiser Otto I. 955 die Ungarn auf dem Lechfeld (bei Augsburg) an einem 10. August, dem Laurentiustag, geschlagen hatte. Ebenso an diesem Tag im Jahr 1557 glückte Philipp II. von Spanien ein entscheidender Sieg über die Franzosen in St. Quentin, worauf Laurentius zum Nationalheiligen Spaniens erklärt wurde. Der König stiftete bei Madrid das Kloster San Lorenzo del Escorial als abgeschiedene Residenz und als Grabstätte der spanischen Monarchen, sein Grundriss soll an einen Rost erinnern (vgl. Martyrium). Laurentius ist Kanonheiliger, d.h. ein Heiliger der katholischen Kirche, dessen Name im Messkanon, dem Hochgebet, genannt wird.
Im bäuerlichen Leben rankten sich viele Gebräuche um Laurentius. Bauernregeln sagen zum 10. August unter anderem:
»An Laurenzi, es ist Brauch, hört das Holz zu wachsen auf.«
»Laurentius im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein.«
»Kommt St. Lorenz mit heißem Hauch, füllt er dem Winzer Fass und Bauch.«
»Regnet’s am St.-Laurenz-Tag, gibt es große Mäuseplag.«

Darstellung: als junger bartloser Diakon; Papst Sixtus II. übergibt ihm den Kirchenschatz; Almosen austeilend; beim Martyrium auf dem Bratrost

Attribute: Kreuz, Buch (Evangelium), Kelch mit Goldstücken oder Geldbeutel (Verwalter des Kirchenvermögens), Brote (Armenfürsorge), Palmzweig und Bratrost (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010