Seligsprechung 1628
Heiligsprechung 1900
Patronat: der Wursthersteller und Metzger; gegen Pocken; in hoffnungslosen Situationen
besonders verehrt in Italien, in Südamerika und auf den Philippinen
Rita wurde um 1370 in Roccaporena bei Cascia (östlich von Spoleto, Mittelitalien) als einzige Tochter der bereits etwas älteren Eheleute Amata und Antonio Lottius geboren. Schon in jungen Jahren war Rita sehr gläubig und sehnte sich danach, ihr Leben Gott zu widmen und Nonne zu werden; ihre Eltern jedoch wollten das Mädchen in gesicherten Lebensumständenwissen und suchten einen Bräutigam für sie. Rita beugte sich schließlich dem Wunsch der Eltern und heiratete (wahrscheinlich im Alter von 13 oder 14 Jahren) den Soldaten Fernando Mancini, der vermutlich unter Hauptmann Lorenzo von Collegiacone diente. Geduldig fügte sich Rita viele Jahre lang dem brutalen Ehemann, ertrug seine Grobheiten voller Demut und schenkte ihm zwei Söhne. Um 1400 wurde Fernando ermordet. Rita verzieh seinen Mördern und bat um Vergebung für die Sünder; ihre Söhne allerdings schworen Blutrache. Die Mutter versuchte sie davon abzuhalten und betete zu Gott, ihre Söhne sollten eher unschuldig sterben als eine Todsünde begehen. Innerhalb eines Jahres raffte die Pest die beiden dahin.
Rita bat anschließend um Einlass ins Augustinerinnenkloster in Cascia, wurde aber mehrmals abgewiesen. Um 1407 wurde die Witwe schließlich doch aufgenommen und zeichnete sich im Klosterleben durch besondere Strenge, Buße und Nächstenliebe aus. Etwa 15 Jahre vor ihrem Tod bekam Rita das Stigma der Dornenwunde an der Stirn. Durch die Gebete der Nonne sollen der Legende nach kranke Kinder geheilt worden sein. Eine weitere Überlieferung besagt, Rita solle bereits schwer erkrankt in ihrem letzten Winter auf Erden eine Verwandte gebeten haben, ihr eine Rose aus dem Garten zu bringen, und trotz der kalten Jahreszeit stand dort tatsächlich ein Rosenstrauch in voller Blüte.
Rita verstarb am 22. Mai 1434 oder 1437 in Cascia. Schon bald nach ihrem Tod sollen sich an Ritas Grab Wunder ereignet haben, und die Menschen begannen, sie in aussichtsloser Not um Hilfe anzurufen. Etwa zehn Jahre nach ihrer Beisetzung wurde der Leichnam in die Basilika umgebettet; der Körper soll völlig unversehrt gewesen sein. 1937 wurden ihre sterblichen Überreste in die neu erbaute Rita-Basilika übertragen.
1628 wurde Rita von Papst Urban VIII. (1568–1644) seliggesprochen; am 24. Mai 1900 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Leo XIII. (1810–1903). An ihrem Festtag (22. Mai) werden in Italien die »Rita-Rosen« geweiht.
Darstellung: als Nonne, vor dem Kreuz betend; mit Wundmalen an der Stirn
Attribute: Geißel (Bußfertigkeit); Rose (Rosenwunder); Dornenzweig oder -krone (Stigma)

Quelle: Herder-Verlag
