Bild vom Richtkranz in St. Martin

Ezechiel (Hesekiel)

Namenstage: Ezechiel

Funktion: biblische Gestalt, der dritte der vier großen Propheten des AT, (Märtyrer)

Gedenktag: 10. April

orthodoxe Ostkirchen 21. Juli

Ezechiel, einer der vier großen Propheten, Sohn des Priesters Buzi, geriet mit Zehntausenden seiner Glaubensgenossen 597 v.Chr. in die Babylonische Gefangenschaft (2. Buch der Könige 24, 14). Nach fünf Jahren wurde er zum Propheten berufen und sah danach seine Aufgabe darin, die Verschleppten moralisch aufzurichten und im Festhalten am rechten Glauben zu unterstützen. Er kämpfte gegen die falschen Propheten, die, auf die Ägypter vertrauend, die baldige Rettung der Juden und den Untergang Babylons vorhersagten, und kündigte die Zerstörung Jerusalems und die restlose Vertreibung des Volkes als Folge gottloser Lebensführung an. Das Schicksal der Juden verstand er als göttliche Bestrafung für die Übertretung der religiösen Gesetze, insbesondere für die nicht auszurottende Verehrung anderer Götter.
Diese düsteren Vorhersagen unterstrich er mit drastischen, für alle leicht verständlichen Demonstrationen: Er schnitt sich das Haar ab, verbrannte ein Drittel davon in der Stadt, zerschnitt ein weiteres Drittel mit dem Schwert und streute den Rest in den Wind, auf diese Weise symbolhaft den Untergang des Volkes beschreibend.
Ausführlich bildete er in seinen Visionen das zukünftige Reich Jerusalem, die Vernichtung seiner Feinde, der Ammoniter, Ägypter, Edomiter, Moabiter, Philister, Sidonier und Tyrer, und das Kommen des Messias ab.
Über seinen Tod um 571 v.Chr. und seine Grabstelle ist nichts weiter bekannt, ein Ende als Märtyrer wird angenommen, ist aber nicht bezeugt.
Manche spätere Interpreten tun sich mit seiner gewaltigen Bilderflut schwer: Der Heilige Hieronymus bezeichnet ihn in seinem »Kommentar zum Buch des Propheten Ezechiel« (kurz nach 400 n.Chr.) etwa als »Labyrinth der Geheimnisse Gottes«.

Darstellung: als Prophet mit Visionen; oft zusammen mit den anderen drei großen Propheten Jesaja, Jeremia und Daniel und den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes

Attribute: Waage der göttlichen Gerechtigkeit, verschlossenes Tor, Schwert, Schriftrolle

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010