Patronat: der Reisenden und Wöchnerinnen; gegen Ruhr und Unglück
Nach einer zu Beginn des 5. Jahrhunderts entstandenen Legende war Eulalia die Tochter eines wohlhabenden christlichen Großgrundbesitzers, die zur Zeit der heftigen Christenverfolgungen des Kaisers Diokletian (284–305) im Jahre 304 als Zwölfjährige ohne das Wissen ihrer Eltern vor dem heidnischen Statthalter Dacian von Mérida (Westspanien, nahe der Grenze zu Portugal) gegen die Verfolgung ihrer Glaubensgenossen protestierte. Sie weigerte sich, ein Götzenbild anzubeten, und riss es stattdessen von der Wand, woraufhin sie eingekerkert, grausam gefoltert und schließlich am 10. Dezember lebendigen Leibes verbrannt wurde. Spätere Legenden lassen sie den Tod in einem Backofen erleiden und berichten, dass ihre befreite Seele als weiße Taube gen Himmel flog.
Eulalia wurde zur volkstümlichsten Märtyrerin Spaniens – und ist es heute noch. In der ihr geweihten Kirche von Mérida bezeugt eine Inschrift, dass der Vorgängerbau, von dem noch Fragmente erhalten sind, ursprünglich ein dem römischen Gott Mars geweihter Tempel war. Außerdem kann man in Mérida den »Ofen der Eulalia« besichtigen.
Darstellung: als junges Mädchen
Attribute: Marterwerkzeuge, Ofen, Palmzweig, Taube

Quelle: Herder-Verlag
