Seligsprechung 1872
Bernardo Pignatelli wurde 1115 Mönch im Kamaldulenserkloster San Zeno in Pisa, drei Jahre später Prior und 1135 Stellvertreter des Erzbischofs von Pisa. 1139 ging er nach Frankreich, wo er in Clairvaux in das 1115 von Bernhard (1090–1153; Heiliger) gegründete Zisterzienserkloster eintrat. Nach zweijährigen Studien erhob ihn Bernhard 1141 zum Abt des Klosters Tre Fontane in Rom. Während des Aufstands der Römer zur Errichtung einer Republik nach antikem Vorbild unter Führung des Augustinermönchs Arnold von Brescia (1155 hingerichtet), der mit seinen Predigten und der Forderung nach Machtverzicht der Kirche und apostolischer Armut der Kleriker die Volksmassen erreicht hatte, wurde der erst seit März 1144 amtierende Papst Lucius II. beim Versuch, die Revolte militärisch zu beenden, am 15. Februar 1145 durch einen Steinwurf getötet. Noch am selben Tag wurde Bernardo zu seinem Nachfolger gewählt und am 28. Februar als Eugen III. in Farfa geweiht. Aufgrund der anhaltenden Unruhen in Rom residierte er in der Folgezeit meist im nördlich von Rom gelegenen Viterbo, wo er im Dezember 1145 zum 2. Kreuzzug ins Heilige Land aufrief. Obwohl er 1147 dank der Unterstützung von Bernhard von Clairvaux bei Aufenthalten in Paris und Trier König Ludwig VII. und Kaiser Konrad III. zur Teilnahme gewinnen konnte, endete der Kreuzzug 1149 in einer militärischen Katastrophe und dem Zerwürfnis der beteiligten Mächte. In dieser Zeit erhielt Eugen III., der sich auf die Wiederherstellung seiner Herrschaft in Rom und Umgebung konzentrierte, von Bernhard das Schreiben »De consideratione« (»Betrachtungen«), in dem dieser ihm Demut und Verzicht auf weltliche Macht empfahl. Papst Eugen III. starb am 8. Juli 1153 in Tivoli (östlich von Rom), wenige Monate nachdem er sich im so genannten Konstanzer Vertrag nach langwierigen Verhandlungen mit dem seit 1152 regierenden Staufer-König Friedrich I. Barbarossa (ab 1155 Kaiser) über den beiderseitigen Rechts- und Besitzstand geeinigt hatte. Zu seinem Nachfolger wurde der hochbetagte Kardinalbischof Konrad von Sabina gewählt (Anastasius IV.), nach dessen Tod im Dezember 1154 Hadrian IV. folgte, der bereits als Kardinal einer der Hauptratgeber Eugens III. war und großen Einfluss auf seine Politik gehabt hatte.
Darstellung: in päpstlichen Gewändern
Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

Quelle: Herder-Verlag
