Bild vom Richtkranz in St. Martin

Stanislaus (Stanislaw) Kostka

Namenstage: Stanislaus, Stanislaw

Funktion: Heiliger, Jesuitennovize

Gedenktag: 13. November

Patronat: Polen (seit 1671), Warschau, Posen, Lublin, Lemberg, Gnesen; der studierenden Jugend und der Sterbenden; gegen Fieber, Augenleiden, Gliederbrüche, schwere Krankheiten;
Helfer bei inneren Glaubenskämpfen

Stanislaus Kostka wurde am 28. Oktober 1550 auf Schloss Rostków in Masovien (Masowsze, Polen) als Sohn aus altem Adel geboren. 14-jährig ging er mit seinem Bruder Paul nach Wien, um am Jesuitenkolleg zu studieren. Paul scheint die Studien nicht allzu ernst genommen und sich eher den Vergnügungen der Großstadt gewidmet zu haben, während Stanislaus seine Zeit mit Gebeten und in strenger Askese zubrachte, von seinem Bruder verspottet und misshandelt. Er erlebte mehrere Visionen und bat den Vizeprovinzial der Jesuiten in Österreich, Pater Maggi, ihn in den Orden aufzunehmen. Dieser hielt ihn für zu jung, außerdem lag die Einwilligung der Eltern nicht vor. Stanislaus flüchtete daraufhin, als Bettler verkleidet, aus der Stadt und wandte sich in Dillingen an der Donau mit der gleichen Bitte an Petrus Canisius. Dieser verwies ihn mit einem Empfehlungsschreiben nach Rom, und dort akzeptierte ihn an seinem 17. Geburtstag der Generalobere der Jesuiten, Franz Borgia, als Novize. Schnell wurde Stanislaus durch seine tiefe Frömmigkeit, sein heiteres Gemüt und seine aufrichtige Verehrung der Gottesmutter im Orden beliebt. Doch seine Familie betrachtete seine Entscheidung als Makel und versuchte, ihn dazu zu bewegen, wieder nach Polen zurückzukommen; sogar von Entführung war die Rede. Stanislaus’ Gesundheit war durch die anstrengende Flucht angegriffen. Er zog sich die Malaria zu und verstarb am 15. August 1568 in Rom, kaum zehn Monate nach seiner Ankunft.
1670 wurde Stanislaus Kostka von Papst Clemens X. seliggesprochen, 1726 folgte seine Heiligsprechung durch Benedikt XIII. Seine Reliquien befinden sich zum Großteil in Rom, das Haupt in Polen, andere Stücke in Dillingen und Trunkelsberg beiMemmingen.

Darstellung: als Jesuitennovize

Attribute: Lilie (Keuschheit); Kruzifix, Rosenkranz und Marienbild; Jesuskind oder Christusmonogramm IHS (Erscheinung); Pilgerstab (Flucht nach Rom)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010