orthodoxe Ostkirchen 13. November,27. Januar
Patronat: Konstantinopel (Istanbul); der Prediger und Redner (seit 1908); gegen Epilepsie
Vermutlich wurde Johannes Chrysostomus zwischen 344 und 354 in Antiochia (heute Antakya in der Südosttürkei) geboren. Seine Eltern – ein römischer Offizier und eine Christin namens Anthusa – schickten ihn in die Schule des angesehenen Rhetorikers Libanios, anschließend studierte Johannes in der theologischen Schule von Antiochia.
Im Jahr 372 ließ sich Johannes taufen. Nur wenig später, als seine Mutter gestorben war, zog er sich zunächst als Mönch in ein Kloster zurück und daraufhin als Einsiedler in die Berge, wo er ein streng asketisches Leben führte.
Krank und geschwächt kehrte Johannes 381 nach Antiochia zurück und wurde Diakon des Bischofs Meletios. 386 erhielt er die Priesterweihe und wurde binnen kurzer Zeit berühmt durch seine hervorragenden Predigten. Sein Redetalent führte dazu, dass er den Beinamen »Chrysostomus« erhielt, der »Goldmund«. Eine Vielzahl seiner Predigten sind als Urtexte überliefert.
398 wurde Johannes zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt. In dieser Funktion kümmerte er sich nicht nur um die Belange der Armen und Kranken, sondern kritisierte auch die Prunksucht der Reichen und des Kaiserhofes. Mit diesen Aussagen geriet Johannes in Konflikt mit der Kaiserin Eudoxia, deren Gatte Arkadios sich bereits ganz aus den Regierungsgeschäften zurückgezogen hatte. Diesen Konflikt machte sich der Patriarch Theophilus von Alexandria, der einen seiner Anhänger auf dem Patriarchenstuhl in Konstantinopel sehen wollte, zunutze: Er hielt 403 eine Synode in einem Stadtteil von Chalcedon ab, der seinen Namen von einer großen Eiche hatte; darum wurde diese Versammlung »Eichensynode « genannt. Hier wurde Johannes auf Theophilus’ Betreiben hin als Patriarch von Konstantinopel abgesetzt, worauf ihn die Kaiserin Eudoxia nach Bithynien verbannte. Von dort kehrte Johannes bald zurück, denn das Volk von Konstantinopel, erschreckt durch ein schweres Erdbeben, forderte seinen Patriarchen zurück.
Nur kurze Zeit später machte sich Johannes erneut bei der Kaiserin unbeliebt, indem er die (heidnische) Art und Weise kritisierte, in der eine Bildsäule der Kaiserin eingeweiht wurde. Diesmal wurde er noch weiter weg verbannt, und auch die Fürsprache des Papstes Innozenz I. (Heiliger) konnte nichts daran ändern. Auf dem Weg zu seinem Verbannungsort starb Johannes Chrysostomus in Komana (heute Tekat in der Nordosttürkei) an den Strapazen und Entbehrungen der Reise.
Seine Gebeine wurden 438 in der Apostelkirche von Konstantinopel beigesetzt, bevor sie um das Jahr 1200 in den Petersdom nach Rom kamen. Auch Kirchen z. B. in Moskau, Kiew,Messina, Paris, Brügge und Mainz nennen Reliquien des Heiligen ihr Eigen.
Darstellung: in bischöflichen Gewändern
Attribute: Buch (Evangelium), Taube (Symbol des Heiligen Geistes), Bienenkorb (Sinnbild des Fleißes in Bezug auf seine Gelehrsam- und Beredsamkeit), Schreibfeder, Engel

Quelle: Herder-Verlag
