Patronat: Poitiers, La Rochelle, Luçon; der schwächlichen Kinder; gegen Schlangenbiss
Hilarius wurde um 315 in Pictavium (heute Poitiers in Westfrankreich) in einer reichen Familie geboren, die ihm eine umfassende Ausbildung zukommen lassen konnte. Er arbeitete in der Provinzverwaltung und ließ sich mit seiner Familie 345 taufen. Bald darauf erhielt er die Priesterweihe (nachdem er im Einverständnis mit seiner Gattin schon eine Weile in Josephsehe gelebt hatte), und 350 wurde er Bischof seiner Heimatstadt. 351 traf er Martin von Tours (Heiliger), der sein Schüler wurde.
Hilarius kämpfte gegen den erstarkenden Arianismus, den der Bischof von Arles, Saturninus, in Gallien durchzusetzen versuchte, was auf einer Synode ebendort 353 auch zu gelingen schien. Hilarius konterte mit zwei Gegensynoden im gleichen Jahr und 356, doch Kaiser Constantius II. (317–61), ein Sohn Konstantins des Großen, nahm Partei für die Arianer und verbannte ihn nach Phrygien (westliches Kleinasien). Dort schrieb Hilarius sein zwölfbändigesWerk »De Trinitate« (Die Dreieinigkeit), in dem er den Arianismus zu widerlegen versuchte. Durch seine klassische Erziehung geschult (er hatte in seiner Ausbildung die Neuplatoniker gelesen, wie er selbst schreibt), skizzierte er in diesem Buch einen Weg, Glaube und Vernunft zu vereinbaren.
Von seiner Tochter in einem Brief gefragt, ob sie denn heiraten dürfe, empfahl er ihr, Jesus als Gatten anzunehmen – also ins Kloster zu gehen –, was sie auch gehorsam tat.
Nachdem er sich auch in der Verbannung laufend in den Glaubensstreit einmischte, erwirkte man 360 seine Rückkehr nach Poitiers, wo seine Gemeinde ihn mit Jubel empfing. Ein Jahr später gelang ihm auf der Synode von Paris die Absetzung seines alten Widersachers Saturninus, was die religiösen Auseinandersetzungen in Gallien beendete. Seine Intervention in Italien war von weniger Erfolg gekrönt, die Bischöfe dort blieben arianisch.
Anfang 367 starb Hilarius in seiner Heimatstadt; sein Grab befindet sich im Dom von Poitiers, Reliquien sind in Arras, Paris (St-Denis) und Parma. Andere Teile, die in Poitiers verblieben waren, sollen von den Hugenotten verbrannt worden sein.
Hilarius hat zahlreiche Hymnen hinterlassen, war aber vor allem als glänzender Redner bekannt. Sein Zeitgenosse Hieronymus (Heiliger) vergleicht seinen Redefluss mit dem der Rhône, wenn er sagt: »Hilarius eloquentiae latinae Rhodanus«.
Darstellung: als Bischof im Ornat
Attribute: Mitra, Stab; Buch (Gelehrsamkeit); Drache, Schlangen (Symbole für seinen Kampf gegen den Arianismus); Kind (weil er der Legende nach ein totes Neugeborenes zum Leben erweckte, um es taufen zu können)

Quelle: Herder-Verlag
