Bild vom Richtkranz in St. Martin

Ettlinger dabei, wenn die Kirche Standards setzt

Delegation aus St. Martin nimmt am Fachforum „Pastorale Standards“ der Erzdiözese Freiburg teil

Am 16. und 17. Oktober 2026 fand zum ersten Mal das große Fachforum „Pastorale Standards“ der Erzdiözese Freiburg statt. Auch aus St. Martin Ettlingen waren Vertreterinnen und Vertreter dabei – gemeinsam mit Delegationen der anderen 35 Pfarreien, die seit dem 1. Januar 2026 in der Erzdiözese bestehen.

Hinter dem sperrigen Begriff „pastorale Standards“ steht ein zentrales Projekt der Kirchenentwicklung 2030: Für zehn pastorale Themenfelder (diakonische Pastoral, Jugendpastoral, Sakramentenpastoral, Liturgie, die katholische Trägerschaft von Kindertagesstätten, Krankenpastoral, seelsorgliche und geistliche Begleitung, die Sorge um sterbende und trauernde Menschen, Engagementförderung und Ökumene) erarbeitet die Erzdiözese verbindliche Qualitätsstandards für die pastorale Arbeit vor Ort.
 
Dabei geht es nicht um neue Vorschriften von oben. „Standards beschreiben im Unterschied zu Normen nicht, was gemacht werden muss, sondern wie etwas gemacht werden muss“, erläutern die Verantwortlichen der Erzdiözese. 
Sie bilden Mindestanforderungen ab, die nicht unterschritten, aber jederzeit übertroffen werden können – und geben so Haupt- und Ehrenamtlichen Orientierung, ohne die Eigenverantwortung der Pfarreien einzuschränken.
Sie bilden Mindestanforderungen ab und werden so Leitplanken für die Qualität der pastoralen Arbeit vor Ort sein. Sie sind Orientierungshilfe und Maßstab. 
Die Entwürfe waren in der ersten Jahreshälfte 2026 von Fachgruppen entwickelt worden. Beim Fachforum wurden sie nun einer großen Versammlung vorgestellt, die im Gymnasium St. Ursula in Freiburg zusammentrat: Vertreterinnen und Vertreter aller 36 Pfarreien, Fachreferentinnen und Fachreferenten, die Kurienkonferenz und der Diözesanpastoralrat sichteten und bewerteten die Entwürfe gemeinsam. Die Delegationen der Pfarreien bestanden dabei jeweils paritätisch aus Haupt- und Ehrenamtlichen.
In intensiver, angeregter und konzentrierter Arbeit wurden die Entwürfe diskutiert – einerseits mit Blick auf Machbarkeit und Umsetzbarkeit, andererseits auf die Frage, welche Bedeutung die Standards für die Gesamtentwicklung der Kirche haben. Die Rückmeldungen aus dem Forum werden in den kommenden Wochen gesichtet und in die Entwürfe eingearbeitet. Anschließend gehen die Standards zur abschließenden Beratung an den Diözesanpastoralrat und die Diözesanleitung. In Aussicht gestellt ist, dass Erzbischof Stephan Burger die neuen Standards im Frühjahr zur Umsetzung in den Pfarreien freigeben wird.
Aus der Pfarrei St. Martin Ettlingen waren auf dem Fachforum die Ehrenamtlichen Petra Herr, Christine Braun und Konstantin Gerstner sowie die Hauptamtlichen Dr. Ruth Fehling, Silke Nofer-Steigert und Dr. Tobias Speck. Ebenfalls vor Ort war Martina Kastner, Vorsitzende des Pfarreirats, die als Mitglied des Diözesanpastoralrats die Diskussion begleitete. 
Die Ettlinger Delegation kehrte am Samstagabend nach rund 26 Stunden intensiver Auseinandersetzung mit den Standardentwürfen und den sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen der 36 neuen Pfarreien zwar erschöpft, aber zuversichtlich zurück – angetan vom regen Austausch und den guten Begegnungen mit den anderen Delegierten. „Daraus kann etwas werden, das qualitätvolles Handeln unterstützt und ins Bewusstsein hebt“, so Dr. Tobias Speck, leitender Referent von St. Martin Ettlingen.