Bild vom Richtkranz in St. Martin

Gemeinsam Haltung zeigen für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt

Rund 300 Menschen setzten auf dem Ettlinger Marktplatz ein deutliches Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt.  Gemeinsam wurde deutlich: Für Hass, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit ist in unserer Gesellschaft kein Platz.

Ein starkes Zeichen setzte am Donnerstagabend ein breites Bündnis aus 21 Organisationen, Kirchen, Verbänden und Parteien auf dem Ettlinger Marktplatz: Rund 300 Menschen versammelten sich, um gemeinsam für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander einzustehen  und sich klar gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus zu positionieren. Auch die katholische Pfarrei St. Martin Ettlingen gehörte zu den Mitorganisatoren der Kundgebung.

Obwohl für den Abend schwere Unwetter angekündigt waren, kamen zahlreiche Menschen zusammen. Vor Wind und Regen blieben die Anwesenden zwar leider nicht verschont, aber das angekündigte Unwetter zog zum Glück an Ettlingen vorbei. Vielleicht war das ja auch unserem guten Draht nach oben zu verdanken.
Für uns als Kirche war die Beteiligung an dieser Kundgebung Ausdruck unseres christlichen Selbstverständnisses. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Sie gründet nicht in Herkunft, Nationalität, Religion oder sexueller Orientierung, sondern darin, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Wo diese Würde angegriffen oder Menschen gegeneinander ausgespielt werden, können und wollen wir nicht schweigen.
In ihrer gemeinsamen Rede machten die evangelische Diakonin Denise Hilgers und Martina Kastner, Vorsitzende unseres Pfarreirats, deutlich, dass der Einsatz für Menschenwürde und Demokratie keine politische Nebensache, sondern eine Konsequenz des christlichen Glaubens ist.

Denise Hilgers berichtete dabei sehr persönlich von der Erkenntnis, dass ihr Urgroßvater bereits 1932 freiwillig der NSDAP beigetreten war. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte sei für sie Mahnung und Auftrag zugleich: Menschenverachtung beginne nicht erst mit Gewalt, sondern mit Worten, Gleichgültigkeit und dem Wegsehen. Gerade deshalb müsse heute Haltung gezeigt werden.
Martina Kastner griff das Motto des diesjährigen Katholikentags auf: „Hab Mut, steh auf!“ Sie rief dazu auf, gemeinsam für eine menschenwürdige Gesellschaft einzustehen und deutlich zu machen, dass Hass, Ausgrenzung und rechtsextremes Gedankengut mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar sind. Ihr Appell war klar: „Wir verstecken uns nicht. Wir zeigen öffentlich, dass wir für eine offene Gesellschaft einstehen und allen Versuchen entgegentreten, rechtsextreme Ideologien in unserer Region zu etablieren.“
Auch Pfarrer Thomas Ehret brachte die Haltung unserer Pfarrei auf den Punkt: „Menschenverachtende und rassistische Tendenzen sind nicht zu dulden.“

Als katholische Pfarrei verstehen wir uns als Teil einer lebendigen Zivilgesellschaft. Unser Glaube fordert uns heraus, für Nächstenliebe, Gerechtigkeit und den Schutz der Würde jedes Menschen einzutreten. Nicht nur in unseren Kirchen, sondern auch mitten in unserer Stadt. Deshalb war es für uns selbstverständlich, diese Kundgebung mitzutragen und gemeinsam mit vielen anderen Menschen ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt zu setzen.
Denn eines wurde an diesem Abend deutlich: Viele Menschen in Ettlingen stehen gemeinsam auf für eine Gesellschaft, in der Respekt, Menschenwürde und Solidarität stärker sind als Hass und Ausgrenzung. Oder, wie es am Ende der Rede hieß: „Habt Mut, steht auf – denn wir sind mehr.“